Der Mut-Tempel in Luxor

Der Mut-Tempel in Luxor

Kate und Alex' erster Besuch im Tempel

Sie hatten den Freitag für den Besuch im Mut-Tempel gewählt, weil er der ruhigste Tag der Woche war. Die Aufbauten des Tempels waren schon seit langem verschwunden. Aus minderwertigem Sandstein erbaut, war von ihnen nicht viel mehr übrig als grober, heller Sand, der sich zwischen den haltbareren Resten der Fundamente abgelagert hatte. Es gab die ein oder andere halbhohe Mauer, die noch stand, meist mit den üblichen Darstellungen von Göttern und Hieroglyphen versehen, sowie einige gut erhaltene Dekorstücke, die allesamt während der Ausgrabungen im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert entdeckt worden waren. Was diesen Tempel jedoch so einzigartig machte, war seine riesige Ansammlung von lebensgroßen, zum Teil überlebensgroßen Statuen der Sechmet.
„Es sind doch bloß Statuen! Verdammt viele zwar, aber doch nur Statuen!” Kate schien nervös zu werden, als sie hochschaute zu den Gesichtern von acht löwenköpfigen Statuen über sich. Zu ihrer Linken, zu ihrer Rechten, hinter sich, neben sich – von überallher schienen sich Sechmets heranzudrängen. Kate stand im Freien, unter einem blauen Himmel, nur ein paar Schritte von hier lag der nierenförmige, heilige See, und trotzdem verspürte sie einen Anflug von Klaustrophobie.
„Oh, tut mir leid.” Alex war unbemerkt herangekommen und hatte sie furchtbar erschreckt. Um ihre Erleichterung darüber zu verbergen, dass er da war, fragte sie ihn, was er glaubte, wie viele Sechmet-Statuen es hier gab.
„572.”
„Wie viele?”
„572 … aber die bekanntesten sind heute in den Museen von London, Paris, Berlin …” Er dachte nach. „In Turin, im Vatikan, in Sankt Petersburg … und natürlich in Kairo, ja, das ist es, wo sie sind, und natürlich gibt es einige in privaten Sammlungen, die in der ganzen Welt verstreut sind.”
„Woher weißt du das denn alles?”
Alex dachte an die große Kiste mit Büchern, Broschüren und Fotografien von Sechmet, die sein Vater ihm geschickt hatte. Sein Vater war der weltbekannte Archäologe Quentin Cumberpatch. Eines der Schriftstücke aus der Kiste war Teil II des Bulletin des Metropolitan Museum of Art, datiert vom Oktober 1919. Es enthielt exzellente Informationen über Sechmet und den Mut-Tempel, Alex hatte das Heft gerade noch einmal durchgelesen.

Aus: Band 6, Sechmets Zorn, Kapitel 1

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Heutiger Eingang zu den spärlichen Überresten des Mut-Tempels.
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Jede Menge Sechmet-Statuen …
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… oder Fragmente von Sechmet-Statuen …
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… finden sich buchstäblich überall.
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Hathor, wenn auch leider etwas zugerichtet, ist ebenfalls vor Ort.
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Blick zurück zum Eingang von dem Standort aus …
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an dem Kate, Alex und Kairo in dem Loch im Untergrund verschwunden sind.
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Und noch mehr Sechmets – sie erfüllen die Atmosphäre des Ortes vollständig.
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Vom See aus erkennt man gut die Überreste des Tempels von Ramses III.
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Blick vom Tempel von Ramses III über den See zum Mut-Tempel.
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Die größte aller Sechmets, vor und nach der Restauration, zentrale Figur für unsere Abenteurer.